Interview-Notiz: Fünf Fragen, die sich Geschäftsführungen im Herbst stellen sollten
Alexander Otto hat die Fragen aufgeschrieben, die er sich vor jedem Strategiegespräch mit dem Mittelstand stellt, und beantwortet sie in kurzen Notizen.
Strategie · 28. Januar 2026

Laut Bitkom würden 93 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI-Lösungen aus Deutschland bevorzugen, doch das Angebot an wettbewerbsfähigen heimischen Anbietern ist begrenzt. In der Praxis müssen Sie deshalb Anbieter nach Kriterien vergleichen, nicht nach Herkunft allein. Dieselbe Umfrage nennt rechtliche Unsicherheit (53 Prozent) als eines der größten Hemmnisse. Eine feste Liste von Fragen nimmt davon einen Teil.
Teilen Sie Ihre Anwendungen in drei Gruppen: Daten ohne Personenbezug, interne Daten, sensible Daten. Für die erste Gruppe genügt oft ein Standardangebot mit Auftragsverarbeitung. Für die zweite lohnt sich ein Anbieter mit EU-Datenhaltung. Für die dritte sollten Sie Lösungen in Ihrer eigenen Umgebung oder in einer privaten Cloud prüfen.
Nehmen Sie drei Anbieter und vergeben Sie je Frage einen Wert von null bis zwei: null für nicht erfüllt, eins für teilweise, zwei für voll erfüllt und schriftlich zugesagt. Gewichten Sie die Fragen zu Datenstandort und Training mit Eingaben doppelt, wenn Sie personenbezogene Daten verarbeiten. Das Ergebnis ersetzt keine rechtliche Prüfung, macht aber sichtbar, wo Lücken liegen und worüber Sie nachverhandeln sollten.
Fragen Sie auch nach Referenzen aus Ihrer Branche und nach Prüfberichten oder Zertifikaten, etwa zur Informationssicherheit. Lassen Sie sich diese vorlegen, statt sich auf Prospekte zu verlassen.
Bewerten Sie jeden Anbieter schriftlich nach denselben Fragen und lassen Sie die Antworten vom Anbieter bestätigen. Das dauert zwei Wochen und ist die beste Vorbereitung auf spätere Prüfungen.
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