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Strategie · 26. Januar 2026

Drei Fragen zum KI-Jahr 2026

Eine kurze Notiz aus der Beratungspraxis: drei Fragen, drei Antworten von Alexander Otto.
Zwei Personen gehen in der Ferne durch einen begrünten Säulengang

Strategie 2 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

Führung & KulturStrategieMittelstandInterview

Zum Jahresstart stehen in Gesprächen mit Geschäftsführungen immer ähnliche Fragen im Raum. Die folgende Notiz fasst drei davon zusammen, beantwortet von Alexander Otto, Gründer von brandnext. Es sind seine Einschätzungen aus der Beratung, keine Studienergebnisse.

Wo sollte ein Unternehmen 2026 anfangen?

Bei einer Aufgabe, die jede Woche wiederkehrt und die niemand gern macht. Das können Angebotsentwürfe, Protokolle oder das Beantworten gleicher Kundenfragen sein. Dort sehen Mitarbeitende den Nutzen sofort, und der Aufwand für Einrichtung und Prüfung bleibt überschaubar. Wer mit dem größten, strategischsten Projekt beginnt, verliert meist ein halbes Jahr in der Abstimmung.

Was sollte man bewusst lassen?

Eigene Modelle trainieren, solange ein Standardmodell mit guten Anweisungen und Ihren Daten zur Aufgabe passt. Und Werkzeuge einführen, ohne zu klären, wer sie betreut. Ein KI-Werkzeug braucht wie jede Software eine verantwortliche Person, sonst verwaist es nach drei Monaten. Außerdem lohnt es sich, nicht jedem neuen Modell hinterherzulaufen. Eine saubere Prozessbeschreibung bringt meist mehr als der Wechsel auf die nächste Version.

Woran erkennt man, ob es funktioniert?

An einer Zahl, die vor dem Start festgelegt wurde. Zum Beispiel: Ein Angebotsentwurf dauert heute zwei Stunden, nach dem Pilot soll er unter einer Stunde liegen, bei gleicher Qualität. Qualität prüfen Sie mit einer Stichprobe, bei der ein Fachmitarbeiter blind bewertet. Gefühlter Nutzen allein reicht nicht, weil er stark von der Begeisterung der Einzelnen abhängt.

Und die Regulierung?

Sie ist kein Hinderungsgrund. Wer ein Verzeichnis seiner KI-Anwendungen führt, Zuständigkeiten benennt und Mitarbeitende schult, hat die Basis für fast jede Fassung der Regeln. Fristen dürfen sich verschieben. Die Aufgaben dahinter bleiben.

Was hilft Führungskräften selbst?

Selbst ausprobieren. Wer wöchentlich eine Stunde mit einem Werkzeug an einer eigenen Aufgabe arbeitet, urteilt anders als jemand, der nur Berichte liest. Man erkennt Grenzen, Fehler und Stärken und kann Vorschläge aus dem Team besser einschätzen. Außerdem entsteht Vorbildwirkung. Mitarbeitende nutzen Werkzeuge eher, wenn die Führung zeigt, wie sie sie einsetzt und wo sie ihnen misstraut.

Ein praktischer Anfang: Legen Sie eine feste Stunde pro Woche fest, in der das Team Erfahrungen austauscht. Was hat funktioniert, was nicht, welche Anweisung hat geholfen? So entsteht aus Einzelversuchen gemeinsames Wissen.

Wenn Sie diese drei Fragen für Ihr Unternehmen beantworten können, haben Sie einen belastbaren Plan für das erste Quartal.

Quellen

Ihre drei Fragen im Gespräch klären

Wir gehen die Fragen gemeinsam für Ihr Unternehmen durch.